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Joachim Zierke - Autor von "Perlenzeit" - nun auch online
Eingestellt am: 17.01.2012
Newsletter
Perlen des Glaubens - mit Geheimnissen leben
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
liebe „Perlen des Glaubens“-Freunde!
Mit den Geheimnissen ist das so eine Sache für sich! Im Allgemeinen ist der Begriff eher negativ besetzt. Hüte ich ein Geheimnis, dann habe ich etwas zu verbergen: ein erschütterndes Erlebnis, eine Schandtat oder einen Makel. Ein Geheimnis beschämt mich, deshalb will ich nicht, dass es jemand weiß. Deshalb vertusche ich es nach Kräften, sorge dafür, dass es nicht öffentlich wird, damit ich mich nicht schämen muss, verspottet werde oder mich verteidigen muss. Aber alles hat mindesten zwei Seiten und so ist es wohl auch bei den Geheimnissen.
Geheimnisse mögen mir schwer auf dem Herzen liegen, sollte ich Sie hüten müssen, aber bekomme ich einmal eine Ahnung von einem Geheimnis, dann macht es mich neugierig. Dann will ich wissen, was es damit auf sich hat, was sich dahinter verbirgt, wen es betrifft und was eigentlich genau los ist. Ihre Grenzen findet meine Neugierde dann erst am Schweigen des anderen oder an seiner Bitte, es auf sich beruhen zu lassen.
Manchmal aber werde ich eingeweiht in das Geheimnis. Ich werde zur Vertrauten, die hilft das Geheime zu tragen, zu ertragen. Dieses Vertrauen freut mich, adelt mich in gewisser Weise, denn ich wurde dazu auserwählt ein Geheimnis zu bewahren. Mir wird zugetraut, dass ich es nicht weiter erzähle. Mir wird zugetraut, dass ich die Schwere der Last, die das Geheimnis erzeugt, mittragen kann, dass ich meinen Gegenüber mit diesem Geheimnis immer noch ertragen kann.
Und dann – dann gibt es noch diese Erlebnisse, die zu besonderen Geheimnissen werden. Erlebnisse, die zu geheimen Kraftquellen werden, wenn sie in der Erinnerung immer wieder erlebt werden: ein naher intensiver Moment mit einem anderen Menschen, ein Naturschauspiel, das mich im Innersten berührt, ein erstes Kinderlachen, ein Moment des Angenommenseins, Einsein mit dem anderen, Aufgehobensein im Göttlichen, Ruhen in mir selbst. Momente, die so schön sind, dass ich sie selbst nicht hergeben kann. Geheimnisse, die so schön sind, dass ich sie mit niemandem teilen möchte. Sie bleiben nur für mich, meine Geheimnisse. Sie stärken mich im Innersten, sind keine Last sondern bilden ein Gegengewicht, zu dem, was mich zu Boden drückt. Diese ungeteilten Erlebnisse gehören nur mir, werden nur von mir verstanden, erklären könnte ich sie gar nicht, schon allein deshalb bleiben Sie mein Geheimnis.
Es hat einen guten Grund, dass es drei Geheimnisperlen gibt. So ist jedes Geheimnis für sich bedacht: die furchtbaren, die geteilten und die schönen!
Kein Geheimnis möchte ich aus dem machen, was Sie noch in diesem Newsletter erwarten können: neben Veranstaltungen und Neuigkeiten stellt Christine Stoppig ein Modell des integrativen Konfirmanden-Unterrichts anhand der Perlen des Glaubens vor und es gibt „Perlen an anderen Orten“.
Eine gesegnete österliche Freudenzeit wünscht Ihnen
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Ihre Sandra Peters-Hilberling |
Mit den Perlen des Glaubens durch die Konfirmandenzeit
In Essen gibt es seit Jahren das Angebot eines gemeindeübergreifenden integrativen Konfirmandenunterrichts, zu dem sich Jugendliche mit und ohne Behinderung anmelden können. Das Angebot zielt zwar in erster Linie auf Kinder mit verschiedensten Behinderungsgraden; es melden sich aber immer wieder auch Kinder ohne Behinderung zu unserem Unterricht an. Sie entscheiden sich bewusst für diesen Weg zur Konfirmation, weil sie die besondere Form des Unterricht kennen- und schätzen gelernt haben.
Der Unterricht ist geprägt von religiösen Ritualen, vielen Liedern und erfahrungsorientierten Methoden. Die Jugendlichen setzen sich mit einer großen Offenheit und Authentizität mit den einzelnen Themen auseinander. Sie bringen damit eine große Religiosität zum Ausdruck, was wiederum für die große Zahl an MitarbeiterInnen, die diese Gruppe begleitet, sehr wichtig ist.
Der Konfirmandenunterricht findet vierzehntägig mit jeweils 3 Unterrichtsstunden (inkl. gemeinsamen Mittagessen und Spaziergang) statt; die Konfirmandenzeit dauert insgesamt ca. 1,5 Jahre. Seit 3 Jahren strukturieren wir die Konfirmandenzeit durch die Arbeit mit den Perlen des Glaubens: Jede Perle steht für ein Thema des Unterrichts, das an 2 – 3 Treffen dann näher ausgeführt wird.
Zum Abschluss jeder Themeneinheit findet ein spezielles Perlenritual statt, das ich jetzt am Beispiel der „Ich-Perle“ schildern möchte:
Wir beginnen mit dem Lied: „Du bist ewig, du bist nahe“ – für die Jugendliche das eindeutige Signal, das es jetzt um die Perlen geht. Dann fassen wir noch einmal zusammen, was wir zu diesem Thema erarbeitet haben: Die Einzigartigkeit jedes Einzelnen (vgl. Psalm 139, 14); die Sicherheit, sich vor Gott nicht verstellen zu müssen; die Möglichkeit zu entscheiden, was man anderen von sich zeigen möchte oder nicht – waren die Aspekte, die wir bei der „Ich-Perle“ betont hatten. Dann wird die Perle verteilt und näher betrachtet: Wie sieht sie aus? Was ist ihre Besonderheit? Welche Gedanken und Assoziationen kommen uns beim Betrachten der Perle? Die „Ich-Perle“ weist zwei Hälften auf: eine transparentere und eine weiße. Wir haben das als Sinnbild für unser eigenes Ich gedeutet. Jeder von uns hat eine Seite, die wir nach außen zeigen, die andere von uns kennen. Wir alle haben aber auch eine Seite, die kein anderer Mensch kennt, die nur Gott von uns kennt.
Nach dem Betrachten der Perle wird sie – manchmal auch mit der Hilfe einer MitarbeiterIn – aufgefädelt. Da die „Ich-Perle“ unsere erste Perle ist, haben wir sie nur auf einen Nylon-Faden gezogen, die folgenden Perlen werden dann nach und nach aufgefädelt, so dass schlißlich ein komplettes Armband entsteht, das die Jugendlichen dann zur Konfirmation geschenkt bekommen.
Nach dem Auffädeln wird zu jeder Perle ein Gebetssatz geübt, der das Erarbeitete auf den Punkt bringt: Mal war es ein Satz des Dankes, mal eine Bitte, mal eine Aussage – Bei der „Ich-Perle“ war unser Satz: „Ich bin wie eine kostbare Perle, du hast mich gemacht, so wie ich bin.“ Nach dem Auffädeln der nachfolgenden Perlen werden die vorhergehenden Perlen samt der dazu gehörigen Gebetssätze immer wiederholt, so dass nach und nach miteinander ein immer länger werdendes Gebet gesprochen wird.
Zum Abschluss des Rituals wird noch einmal das Lied: „Du bist ewig, du bist nahe“ gesungen. Danach werden die Perlen in Stoffbeutelchen mit Namen gesteckt, so dass jede und jeder immer seine eigene Perlenkette bekommt und erweitert.
Da wir eine wunderschöne, große und portable Taufschale haben, legen wir unsere Stoffbeutelchen vor und nach dem Ritual immer in diese Taufschale, die in der Mitte unseres Sitzkreises steht: Als äußeres Zeichen dafür, dass die Perlen für uns einen besonderen Wert haben. Inhaltlich wird die Taufe damit als Grundlage für unseren Glauben und unsere Beschäftigung deutlich.
Durch die Arbeit mit den Perlen kann die Konfirmandenarbeit gut strukturiert werden. Die Jugendlichen können die einzelnen Schritte gut nachvollziehen und bekommen über die Perlen Erinnerungshilfen für das, was wir uns im Unterricht erarbeiten. Zusätzlich zum fortlaufenden Programm hat es sich bewährt, immer mal wieder die Perlenkette selbst, soweit sie bis zum jeweiligen Zeitpunkt entstanden ist, zu thematisieren. Man kann über den Sinn und die Nutzung der Kette ins Gespräch kommen oder Verbindungslinien zwischen den einzelnen Themen ziehen, um Zusammenhänge deutlich zu machen. Dafür kann man auch die Perlen der Stille nutzen: Als ein Moment des Innehaltens, der Zwischenbilanz und der Reflexion, bevor die nächste Themenperle behandelt wird.
Für die anschauliche Darstellung der Verbindungen zwischen den einzelnen Perlen haben wir drei Varianten entwickelt: Zum einen haben wir die Perlen jeweils einzeln auf ein großes Blatt Papier gezeichnet, so dass die Kette als Blattfolge erkennbar wird. Außerdem haben wir Styroporkugeln (mit ca. 15 cm Durchmesser) angemalt, lackiert und durchstochen, um eine große Kette entstehen zu lassen. Für einen Gottesdienst haben wir Luftballons mit Pappmaché beklebt und danach bemalt und lackiert, so dass die Kette auch von weiter weg gut zu erkennen war.
Nicht zuletzt ist das Perlen-Armband für unsere MitarbeiterInnen ganz wichtig: Auch sie bekommen am Tag der Konfirmation ihr Armband geschenkt. Für sie sind die Perlen mit vielen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und die religiösen Erfahrungen in der Gemeinschaft mit den Jugendlichen verbunden, die ihnen sehr wertvoll sind.
Christine Stoppig, Pfarrerin für gemeindliche Behindertenarbeit beim Evangelischen Stadtkirchenverband Essen
„Perlen an anderen Orten“ –
Die Kirchenfähre mit dem Rettungsring für die Seele
„Tritt ein – Die Kirche ist offen“ heißt eine Initiative der Nordelbischen Kirche, die die Kirchengemeinden dazu einlädt ihre Kirchen öfter als zu den Gottesdienst-Zeiten zu öffnen. BesucherInnen und Gemeindeglieder haben so die Möglichkeit zu Einkehr und Gebet im Kirchraum oder zur Besichtigung schöner historischer Kirchbauten. Aber Kirche ist nicht nur dort, wo sich in der Ferne ein Kirchturm ausmachen lässt, sondern dort, wo zwei oder drei Menschen im Namen Jesu zusammenkommen. Gott ist zu den Menschen gekommen, und so gehen auch diejenigen, die Glauben weitertragen wollen, dorthin wo Menschen sind.
Am Himmelfahrtstag, dem 1. Mai und am Pfingstmontag, den 12. Mai ist dieser Ort eine HADAG-Fähre im Hamburger Hafen. Die Linie 62, die im Öffentlichen Nahverkehr einmal von der Hafen-City bis nach Finkenwerder und wieder zurück fährt, wird an zwei Feiertage zur Kirchenfähre. Evangelische Geistliche in schwarzen Talaren, Gospelchöre und thematische Texte, Gebet und Segen lassen Kirche dort Wirklichkeit werden, wo Menschen sind – einfach mittendrin.
Die Kirchenfähre – „Leinen los!“
Gospel-Boot
Geschichten vom Wasser
Himmelfahrt, den 01. Mai 2008
10.00 Uhr ab Sandtorhöft
10.30 Uhr ab Finkenwerder
Mit Pastor Martin Barkowski und Pastor Frank Engelbrecht
Perlen des Glaubens
Auf dem Hamburger Hafengeburtstag
Pfingstmontag, den 12. Mai 2008
12.45 Uhr ab Sandtorhöft
13.15 Uhr ab Finkenwerder
Mit Pastorin Sandra Peters-Hilberling und Pastor Jörg Fenske
Veranstaltungen
Perlen des Glaubens –
Einführung, Übungen, Austausch
Mittwoch, den 16. April 2008-03-31 15.00- 18.30 Uhr
Leitung: Kirstin Faupel-Drevs
Ansverus-Haus Aumühle, Vor den Hegen 20, 21521 Aumühle
Tel. 04104/ 97 06 20 oder service@ansverus-haus.de
Kosten: 15,- €
Perlen des Glaubens in concert
Konzert mit Clemens Bittlinger und Kirstin Faupel-Drevs
Donnerstag, den 15. Mai 2008 um 20.00 Uhr
„Perlen des Glaubens in concert“
Musik: Clemens Bittlinger und Band
Texte: Kirstin Faupel-Drevs
Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg
Kartenvorverkauf: Konzertkasse Gerdes;Tel. 040/45 33 26 www.konzertkassegerdes.de;
www.ticketonline.com
Eintritt: PK 1: 14,- €/ erm. 12,- €; PK 2: 12,-€/ erm. 10,-€
Freitag, den 16. Mai 2008 um 20.00 Uhr
„Perlen des Glaubens in concert“
Musik: Clemens Bittlinger und Band
Texte: Kirstin Faupel-Drevs
Dom zu Schleswig
Kartenvorverkauf: Buchhandlung Liesegang; Tel. 04621/28218
www.eventim.de
Eintritt: 15,-€/erm./ Dauerkarteninhaber der LGS 2008 12,-€
Katholikentag 2008 in Osnabrück - Angebot im Zentrum Jugend
Werkstatt: „Das perlt!“
Mit den Perlen des Glaubens den Weg Jesu er-innern!
Workshop zum Kennenlernen der Perlen des Glaubens
Samstag, 24. Mai 2008 von 14.30-16.00 Uhr
18 Perlen für Herz und Hand… machen den christlichen Glauben begreifbar! Liebe, Gelassenheit, Geheimnis – Gott und Ich!? Wie hängt das alles zusammen?
Darum geht’s in diesem Workshop:
Die Perlen des Glaubens sind eine Gebetskette aus 18 Perlen. Jede einzelne Perle hat ihre Bedeutung. Sie steht für eine Lebensfrage, einen Gedanken, ein Gebet. Sie machen Glauben be-greif-bar. Sie sind ein Sinnbild für den eigenen Lebensweg und zugleich für den Lebensweg Jesu. Viele Menschen schätzen sie als ein einfaches Hilfsmittel, den eigenen spirituellen Weg zu finden und einzuüben. Die Perlen des Glaubens knüpfen an die traditionelle Form des Betens mit Perlen an, führen diese aber weiter und eröffnen andere Möglichkeiten des Umgangs mit ihnen.
Infos über den Katholikentag: http://www.katholikentag.de
Neuigkeiten
Klappkarten-Set mit Meditationsbildern der „Perlen des Glaubens“
In einem kleinen Schuber erhalten Sie die Klappkarten mit Meditationsbildern, die die Künsterlin Susanne Pertiet zu den „Perlen des Glaubens“ geschaffen hat. Zum Verschicken, Verschenken und, um die eigene Arbeit mit den „Perlen des Glaubens“ zu ergänzen, hervorragend geeignet. Zeitgenössische Texte auf der Rückseite der Klappkarten laden zum Nachdenken ein.

Klappkarten-Set Meditationsbilder „Perlen des Glaubens“
Mit Bildern von Susanne Pertiet
Mit zeitgenössischen Texten
Inkl. Kuverts
€ 14,95
Formalia
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Der „Perlen des Glaubens“-Newsletter wird herausgegeben vom Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche. Das Amt für Öffentlichkeitsdienst ist eine unselbständige Einrichtung der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche. Die Nordelbische Ev.- Luth. Kirche ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechtes. Sie wird vertreten durch die Kirchenleitung. Vorsitzender der Kirchenleitung ist Dr. Hans-Christian Knuth, Bischof zu Schleswig.
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